Krisenteam SPARZ – das 10. Jahr

Wie aus den Medien deutlich hervorgeht, sind Krisen mit existentiellen Bedrohungen, Gewalt und Tod auch in Schulen allgegenwärtig.
Das Motto „dass nicht sein kann, was nicht sein darf“ führt dazu, die Bedrohung der Lebenswelt Schule durch Krankheit, Unfall, Missbrauch, Tod, etc. auszublenden, so lange, bis das Unvorstellbare passiert ist. Die ganze Schulfamilie (Schüler, Lehrer, Eltern) reagiert dann oft verunsichert, verstört und hilflos: Sie flüchten in Alltagsroutine, pendeln zwischen Überreaktion und Lähmung.

Was meist fehlt, ist die menschlich und fachlich kompetente Begleitung im Umgang mit dem Entsetzen, ist die „erste psychologische Hilfe“1  für Menschen in einem psychologischen Notfall. Auch die Schulfamilie in Sparz ist dagegen nicht immun.

Deshalb gibt es seit 2008 ein Team, das sich eben auf solche Situationen gezielt vorbereitet hat, das Krisenteam.

Aus diesem Grund haben sich an unserer Schule vier Lehrkräfte (Frau Lasshofer, Frau Winkler-Rehrl, Herr Klein und Herr Klose) zum Krisenpädagogin bzw. Krisenpädagogen ausbilden lassen.

Dieser dreijährige Kurs beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Themen:

  • motivierende Kurzintervention bei riskant konsumierenden Jugendlichen  
  • Stress – was ist das? – Umgang mit Stress  
  • Einführung in die Psychotraumatologie  
  • Ressourcenarbeit mit Kindern und Jugendlichen (In unserer modernen Gesellschaft nehmen die Belastungen und damit die Risiken kindlicher Entwicklung zu. Viele Kinder sind schon früh krisenhaften Situationen wie Scheidung der Eltern, Krankheit oder Tod eines nahen Angehörigen, Armut oder Migration ausgesetzt.)  
  • Trauerarbeit  
  • Suizid bei Kindern und Jugendlichen  
  • Gewalt, Mobbing und Bullying2  unter Kinder- und Jugendlichen

Nach dem Erwerb von Kenntnissen über traumatische Erlebnisse und der damit verbundenen akuten Belastungsreaktion wurde ein „Notfallkoffer“ zum Einsatz für die Trauerarbeit mit Schulklassen bzw. der Schulgemeinschaft zusammengestellt. Zusätzlich wurde für alle Lehrkräfte eine „Notfallcheckliste“ mit Erreichbarkeitslisten entwickelt.

Außerdem werden in jedem Schuljahr Fortbildungen organisiert, die sehr eng mit der Schulfamilie zusammenhängen. So waren an der Schule zum Beispiel schon der Familien- und Jugendrichter Thomas Häusler, der dem Team die Angst nahm, bei problematischen Schülerinnen das Jugendamt einzuschalten, und Marcus Roth von der Polizeiinspektion Traunstein, der das Team zum Thema Amok instruierte. 2018 besuchte das „Team“ die Beratungsstelle für Eltern-, Kinder- und Jugendliche Traunstein und bekam von Dr. Alexander Lohmeier einen Einblick in seine Arbeit mit den Jugendlichen im Landkreis.

Sigi Klose  

[1] Heinerth, 2002

[2] Bullying bedeutet, dass ein Schüler oder eine Gruppe von Schülern systematisch, wiederholt und über einen längeren Zeitraum hinweg den negativen Handlungen eines anderen Schülers oder einer Gruppe von Schülern ausgesetzt ist. (Stangl, 2018)

Nach oben

Mitglieder des Krisenteams

Schulleitung:
Alexander Posch

Lehrkräfte:
Heidi Lang
Jutta Lasshofer
Karin Leitner
Peter Klein
Sigi Klose
Alexander Pawlow
Matthias Speckner
Beate Steidl
Regine Wiedemann

Nach oben